Familie und Trauzeugen

Die Hochzeit, die Trauzeugin, die Zeit

Trauzeugin mit Hindernissen

Nach zwei Wochen „Verdauzeit“ und ausnüchtern, traue ich mich nun das erste Mal über die Hochzeit meiner Schwester, bei der ich Trauzeugin sein durfte zu schreiben. Vor einem Jahr fragte mich meine große Schwester ob ich ihre Trauzeugin sein möchte und ich freute mich natürlich wahnsinnig und ging mit vollem Elan und tausend Ideen an diese Aufgabe heran. Wir kauften schon zig Monate vor der Hochzeit Dekorationsartikel, machten einen Probetisch, überlegten alle Extras auf der Hochzeit (Candy Bar, Brautauto, Einlagen, welches Lied, welche Vasen, welche Blumen, Save the Date Karten ja oder nein, welches Brautkleid, wo sollen wir es kaufen, wann, wo, wie, was,…). Schnell kamen wir drauf, dass in der Wohnung nicht einmal Platz ist, jetzt schon 50Vasen und Dekosand zu kaufen und zu lagern und auch der Bräutigam schaute schon angespannt, wenn ich mit meinen Bastelsachen übers Wochenende vorbei kam.

 So beschlossen wir zu warten und nur Ideen zu sammeln. Da meine Schwester in Salzburg lebt und ich zu der Zeit noch in Wien, war die Kommunikation hauptsächlich telefonisch, via Facebook oder durch Inspirationsordner auf Pinterest

Ich informierte mich natürlich über alle Aufgaben einer Trauzeugin und stand viel in Kontakt mit den zwei Brautjungfern bezüglich Spiele, Einlagen, Überraschungen und Bräuche für die Hochzeit

Und wie es oft so ist… Plötzlich merkt man - es ist doch nicht mehr Soooo unendlich viel Zeit, sondern es sind nur mehr ein paar Wochen und es stehen etliche Details noch nicht. 

Leider kam es so, das kennt ihr sicher auch, dass wenn etwas ansteht, auch tausend andere Dinge anstehen und zu tun sind und man nicht mehr weiß wo oben und unten ist und alle To Do Listen nichts mehr helfen und der Stress einen übermannt. Und genau mir ist das auch passiert. Privat passierte gerade so vieles, und umziehen musste ich auch noch und und und. 

Gott sei Dank hatte ich so tolle Brautjungfern als Vertretung für mich als Trauzeugin, die auch vor Ort leben, sodass diese mit der Braut viel erledigt haben und mich ersetzen bzw vertreten konnten. Sie halfen bei den letzten Dekorationsbasteleien und koordinierten alles, was man am besten direkt in Salzburg erledigen konnte und musste. 

Ich hatte so ein schlechtes Gewissen, dass ich dann zuhause alleine noch Freudentränentaschentücher bastelte, um ihr am Hochzeitstag eine Überraschung zu bereiten. Außerdem arangierte ich die typischen österreichischen Bräuche wie Baumstammsägen, ein Herz aus Stoff ausschneiden und das klassische und immer wieder interessante Schuhspiel bei dem jeder Gast auf seine Kosten kommt und etwas zum Schmunzeln hat und etwas neues über das Brautpaar erfährt. ;)

Am Tag der Hochzeit versuchte ich, die perfekte Trauzeugin zu sein. Das heißt, nicht zu jammern (obwohl ich furchtbare Kopfschmerzen hatte und Soooo gar nicht in Partylaune war - aber da muss man durch! 2 Tabletten und viel Wasser!), kümmerte mich um Getränke, Essen für´s Getting Ready, half ihr und den Brautjungfern mit dem Anziehen des Outfits, koordinierte den Fotografen, die Gäste trommelte ich immer wieder zusammen, erinnerte an Wedding Tree, Glückwunschkarten, Sitzordnung und Weddingwall (WTF? MUST HAVE für die Braut 2016 - blogpost folgt). UND: ich schaute immer, dass ihr Kleid mit der atemberaubenden (!) Schleppe richtig saß. 

sissi schrott trauzeugin

Worauf ich hinaus will, auch wenn ich ein schlechtes Gewissen hatte, da ich zwar anfangs sehr involviert und präsent bei der Sache war und am Schluss nicht immer für meine Schwester da sein konnte, versuchte ich meine Rolle ernst zu nehmen, meine Anforderungen zu erfüllen, ihr gut zuzureden und den Regen zu Sonnenschein zu zaubern

         - so wie ich mir wünschen würde, dass meine Trauzeugin am Tag meiner Hochzeit wäre. 

Einige Bilder der Freien Trauung am Höribachhof in St.Lorenz am Mondsee findet ihr in einer Reportage in den kommenden Tagen. Diese Hochzeit war etwas ganz besonderes, das werdet ihr dann in der Hochzeitsreportage sehen. Welche Rolle mein Bruder bei der Zeremonie spielte, erfährt ihr dann auch!

Fotos: DH Fotografie http://www.danielhuber.co.at/

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