nachname nach der hochzeit

Ihr habt „ja“ gesagt und Euch so sehr auf die Hochzeit gefreut – und jetzt gibt es plötzlich Diskussionen am laufenden Band.Die Hochzeitsvorbereitungen werden zur Zerreissprobe? Kopf hoch, ihr seid mit diesen Sorgen nicht allein!

Nachname nach der Hochzeit – „welchen sollen wir nehmen?“

Beim Blättern von Hochzeitsmagazinen und Stöbern in diversen Hochzeitsblogs, bekommt man den Eindruck, daß alles, was mit dem Thema heiraten zu tuen hat, sei nur schön und rosarot. Tatsächlich ist es jedoch so, dass eine Hochzeit das wahrscheinlich größte Fest ist, das Ihr jemals planen werdet. Als Paar werdet ihr viele gemeinsame Entscheidungen treffen –  und einen gemeinsamen Konsens zu finden ist oft gar nicht so einfach…

Die Sache mit dem neuen Nachnamen


Grundsätzlich gibt es in Deutschland für Paare drei verschiedene Möglichkeiten für die Wahl des Nachnamens nach der Eheschließung:

  • Der Nachname eines Ehepartners wird zum gemeinsamen Nachnamen bestimmt
  • Beide behalten ihren eigenen Nachnamen
  • Oder ein Partner kombiniert seinen Geburtsnamen mit dem Nachnamen des Partners und trägt dann einen Doppelnamen

So weit so gut. – Aber wie sehr man sich über den eigenen Namen definiert, das fällt vielen erst auf, wenn vor der Hochzeit die Frage nach dem gemeinsamen Nachnamen aufkommt.

Da kann es sich schonmal schnell so anfühlen, als ob man mit dem alten Nachnamen ein Stück seiner eigenen Geschichte und familiären Identität aufgibt.
 Erschwert wird die Entscheidung noch durch Familien, die sich oft genug in die Entscheidungen des Paares einmischen und eigene Interessen verfolgen bzw. Druck ausüben.

welchen namen nehmen nach der hochzeit

Plötzlich kommen traditionelle Themen zum Tragen, wie der Erhalt des Familiennamens oder aber der Wunsch nach einem Nachfolger mit gleichem Nachnamen.

Schwierig wird es auch, wenn ihr euren Verlobten zwar sehr liebt, euch aber nicht wirklich mit seiner Familie und somit mit seinem Nachnamen identifizieren könnt. Dann fühlt sich das Annehmen des Nachnamens des Bräutigams nämlich unter Umständen so an, als wenn ihr euch dort ein- oder sogar unterordnet.
 Umgekehrt habt ihr vielleicht das Gefühl, eure eigene Familie im Stich zu lassen, wenn ihr euren Geburtsnamen ganz ablegt.
 Ganz schön kniffelig also und auch ziemlich emotional das Thema.

Auch die Frage nach der Emanzipation kommt plötzlich beim Thema Nachname bei vielen Paaren auf den Tisch.

Denn ganz gleich wie modern eure Partnerschaft sonst ist, viele Männer können sich wirklich gar nicht vorstellen, den Namen ihrer zukünftigen Frau anzunehmen. Diese Erkenntnis kommt für die Bräute meist überraschend. Selbst wenn sie sich gut vorstellen können, den Namen des Ehemannes anzunehmen, bleibt oft ein Gefühl der Verunsicherung: Ist er möglicherweise irgendwo ein altmodischer Macho?

Da besteht auf jeden Fall Diskussions- und Klärungsbedarf – am besten vor der Hochzeit! 
Ihr seht also, das Thema Nachnamen annehmen oder abgeben beschäftigt Paare aus den unterschiedlichsten Gründen und oft kochen dabei die Gemüter hoch.

Aufgeschoben aber nicht aufgehoben ist die Wahl des Nachnamens, wenn ihr euch entscheidet, erst einmal eure alten Nachnamen zu behalten, denn spätestens wenn der erste Nachwuchs unterwegs ist, müsst Ihr wählen, welchen Nachnamen Euer gemeinsames Kind tragen soll und die oben genannten Themen kommen dann einfach mit etwas Verspätung auf den Tisch.

Bei allem Konflikt-Potential ist die gute Nachricht, dass ihr auch hier, als Paar ein Stück weiterkommt.

Ihr lernt Euch besser kennen.
Ein erster Schritt zur Lösung des Problems ist oft, die Wünsche Außenstehender aus der Namensfindung auszuklammern und sich nur auf die Bedürfnisse als Paar zu konzentrieren.
 Nehmt euch Zeit und legt ehrlich und offen eure eigenen Gefühle und Sorgen dar.
 Achtet darauf, dass ihr Euch gegenseitig wirklich respektvoll zuhört und nehmt Euren Partner ernst!
 Das wird Euer gegenseitiges Vertrauen zueinander stärken. Es ist viel leichter, einen Kompromiss zu finden oder sogar die eigenen Wünsche hintenanzustellen, wenn man sich verstanden fühlt und weiß, dass der Partner auch wirklich zu schätzen weiß, was man tut. Wichtig ist vor allem, dass ihr beide das Gefühl habt, dass ein Gespräch auf Augenhöhe stattfindet. Für Machtkämpfe, in denen es einen Gewinner und einen Verlier gibt, sollte in dieser Diskussion kein Platz sein.

Vielleicht findet ihr nicht sofort im ersten Gespräch eine Lösung. Das ist aber nicht schlimm, denn dieses Thema ist für euch wichtig und braucht einfach seine Zeit.
 Wenn ihr mitfühlend aufeinander eingeht und euch mit Respekt begegnet, werdet ihr schon bald eine Lösung gefunden haben, mit der ihr euch beide wohlfühlt.

Als Paar habt ihr euch dann einmal mehr bewiesen, dass ihr auch schwierige Situationen meistern könnt und zusammengehört – so wird das Üben der neuen Unterschrift euch am Ende einfach glücklich machen.

Foto im Beitrag:
 Patrick Engel | Wedding Fotos: 
www.engelfotografie.com

Text von Rosa Engel herausgegeben auf youeventme

Beitragsbild: Julia Eileen Photography aus unserem Elopement in den Osttiroler Dolomiten

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