Gibt es das Aufgebot überhaupt noch? Was „Aufgebot bestellen“ heute in Deutschland und Österreich bedeutet, wann ihr zum Standesamt geht, was es kostet und wie es die Kirche handhabt.
Ein Aufgebot im klassischen Sinn – also den öffentlichen Aushang der geplanten Ehe – gibt es weder in Deutschland noch in Österreich mehr. Wer heute „das Aufgebot bestellt“, meldet die Hochzeit beim Standesamt an: In Deutschland heißt das Anmeldung zur Eheschließung, in Österreich Ermittlung der Ehefähigkeit. Geht dafür frühestens sechs Monate vor dem Hochzeitstermin zum Standesamt, denn die Prüfung gilt nur ein halbes Jahr.
Was landläufig als „Aufgebot bestellen“ bezeichnet wird, ist also nichts anderes als ein veralteter Begriff für die Anmeldung zur standesamtlichen Hochzeit. Hier lest ihr, was ein Aufgebot ursprünglich war, wann und wo ihr es heute „bestellt“, was es kostet und wie es bei der kirchlichen Trauung aussieht.
Das Aufgebot war die öffentliche Bekanntmachung, dass zwei Menschen heiraten möchten. Der Sinn dahinter: Wer von einem Ehehindernis wusste – zum Beispiel davon, dass die Braut oder der Bräutigam noch verheiratet ist –, konnte sich rechtzeitig melden. Seinen Ursprung hat das Aufgebot in der Kirche: Dort wurde die geplante Hochzeit früher an drei aufeinanderfolgenden Sonn- oder Feiertagen im Gottesdienst verkündet. Später hängten auch die Standesämter das Aufgebot öffentlich aus.
Als öffentlichen Aushang nicht mehr. Das Standesamt prüft anhand eurer Urkunden und der Register, ob einer Ehe etwas im Weg steht – eine öffentliche Ankündigung braucht es dafür nicht.
Umgangssprachlich sagen trotzdem viele Paare „Aufgebot bestellen“ – gemeint ist immer die Anmeldung beim Standesamt.
Die Anmeldung beim Standesamt gilt nur sechs Monate: In Deutschland müsst ihr euch neu anmelden, wenn seit der Mitteilung des Standesamts mehr als sechs Monate vergangen sind (§ 13 Personenstandsgesetz). In Österreich gilt die Ermittlung der Ehefähigkeit höchstens sechs Monate. Ideal ist deshalb ein Termin rund sechs Monate vor der Hochzeit.
Euren Wunschtermin für die Trauung könnt ihr bei vielen Standesämtern schon früher reservieren – mancherorts bis zu einem Jahr im Voraus. Die Anmeldung ersetzt das aber nicht. Bei beliebten Daten und Trauorten lohnt es sich, schnell zu sein. Den kompletten Ablauf lest ihr im Beitrag zur Anmeldung zur Eheschließung.
Was ihr mitbringt, hängt davon ab, ob ihr ledig seid, schon einmal verheiratet wart oder gemeinsame Kinder habt. Ledige deutsche oder österreichische Staatsangehörige brauchen meist:
Nach einer früheren Ehe kommen Nachweise über die Vorehe und ihre Auflösung dazu, bei ausländischen Dokumenten Übersetzungen und oft eine Apostille. Die vollständigen Listen für beide Länder findet ihr bei der Anmeldung zur Eheschließung.
In Österreich kostet die Ermittlung der Ehefähigkeit laut oesterreich.gv.at 74 Euro, mit ausländischen Dokumenten 193 Euro (Stand Oktober 2026). Für die Trauung selbst kommt eine Bundesverwaltungsabgabe dazu – 5,45 Euro während der Amtsstunden im Standesamt, 10,90 Euro außerhalb der Amtsstunden und 54,50 Euro für eine Trauung außerhalb des Amtes – plus Gebühren der Gemeinde. In Deutschland kostet die Anmeldung je nach Stadt meist etwa 40 bis 60 Euro, bei Auslandsbezug mehr.
Teilweise. In der katholischen Kirche füllt ihr im Traugespräch mit dem Pfarrer das Ehevorbereitungsprotokoll aus, und manche Pfarren verkünden die geplante Hochzeit zusätzlich im Gottesdienst oder im Pfarrblatt. Fragt im Pfarramt nach, wie es bei euch gehandhabt wird. Welche Dokumente die Kirche verlangt, lest ihr im Beitrag Papiere für die kirchliche Trauung, und auf das Gespräch bereitet ihr euch mit den Fragen fürs Traugespräch vor. Alles Weitere zum kirchlichen Heiraten findet ihr in unserem Überblick.
Damit ist heute die Anmeldung der Hochzeit beim Standesamt gemeint – in Deutschland die Anmeldung zur Eheschließung, in Österreich die Ermittlung der Ehefähigkeit.
Frühestens sechs Monate vor der Hochzeit, weil die Prüfung nur sechs Monate gilt. Wunschtermine könnt ihr bei vielen Standesämtern schon früher reservieren.
Sechs Monate. Heiratet ihr nicht innerhalb dieser Zeit, müsst ihr euch neu anmelden.
Ja – ein Aufgebot im alten Sinn gibt es nicht mehr. Ohne Anmeldung beim Standesamt geht es aber nicht.
In Österreich 74 Euro für die Ermittlung der Ehefähigkeit, in Deutschland je nach Stadt meist etwa 40 bis 60 Euro. Mit ausländischen Dokumenten wird es teurer.
Nein, weder in Deutschland noch in Österreich. Nur in manchen Pfarren wird eine kirchliche Hochzeit noch im Gottesdienst oder im Pfarrblatt angekündigt.
Beitragsbild: Herzflimmern

Wer nur standesamtlich heiratet…

Welche Papiere brauche ich für die kirchliche Trauung?

Brautkleid Standesamt: Kurz, schlicht, Hosenanzug & mehr Ideen

Heiraten in Las Vegas: Dokumente, Ablauf & Anerkennung in DE und AT

Anmeldung zur Eheschließung am Standesamt: Wann, Unterlagen & Kosten

Traugespräch: Diese Fragen stellt der Pfarrer vor der kirchlichen Hochzeit

Trauzeugen: Aufgaben, Pflicht & alles, was ihr wissen müsst

Kirchlich Heiraten
Zuletzt aktualisiert am 02.11.2026