Welche Papiere brauche ich für die kirchliche Trauung?

Planung / Tipps Sissi von Sissi am 04.12.2023

Auch bei der kirchlichen Trauung braucht man Dokumente. Hier findet ihr eine Checkliste für die Papiere für die kirchliche Hochzeit für Mann und Frau.

Lisa Moser

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Papiere für die kirchliche Trauung: Checkliste

Das Standesamt gehört für viele Paare, die zusätzlich kirchlich heiraten, einfach zur Pflicht. Wirkliche Gänsehaut, feuchte Augen und dieses besondere „Jetzt passiert es wirklich“-Gefühl kommt dann oft erst bei der kirchlichen Trauung. Ich will hier gar keine Grundsatzdiskussion starten, was nun die „richtige“ Hochzeit ist. Das ist ein Thema, bei dem es schnell sehr emotional wird und die Meinungen weit auseinandergehen. Darum ganz pragmatisch: Wer ausschließlich standesamtlich heiratet, findet dazu den passenden Beitrag an anderer Stelle. Dieser Text hier ist für alle, die kirchlich heiraten möchten oder müssen und gerade dabei sind, den Papierkram zu sortieren.

Ich habe wirklich alle Recherchequellen durchforstet und die wichtigsten Informationen gesammelt. Hier kommt die ausführliche, alltagstaugliche Checkliste für eure kirchliche Trauung: Welche Unterlagen werden meist verlangt, was steckt dahinter und wo lauern typische Zeitfresser.

1) Ausweis (Personalausweis oder Reisepass)

Der Ausweis ist die Basis, weil eure Daten korrekt übernommen werden müssen. In der Praxis reicht es oft, wenn ihr ihn zum Traugespräch dabeihabt. Manche Pfarrbüros möchten zusätzlich eine Kopie für die Akte. Wichtig ist vor allem, dass Name, Schreibweise, Geburtsdatum und Geburtsort zu den übrigen Dokumenten passen. Wenn irgendwo ein Zweitname anders geführt wird oder ein Umlaut einmal mit „ae“ und einmal mit „ä“ auftaucht, kann das später zu Nachfragen führen. Klingt kleinlich, ist aber einer der häufigsten Gründe für Verzögerungen.

2) Taufschein oder aktuelle Taufbestätigung

Ja, ohne Taufschein wird es knifflig. Der Taufschein ist in vielen Fällen das entscheidende Dokument, weil er zeigt, dass ihr getauft seid und in welcher Pfarre das passiert ist. Und genau hier liegt oft der Zeitfresser: Viele haben den Taufschein nicht zuhause, und er kommt in der Regel von der Pfarre, in der ihr getauft wurdet, nicht automatisch von eurer aktuellen Wohnpfarre.

Wichtig zu wissen: Häufig wird nicht irgendeine alte Kopie akzeptiert, sondern eine aktuelle Taufbestätigung, die frisch ausgestellt wurde. Das hängt von der Pfarre und der jeweiligen Praxis ab, aber als Faustregel gilt: Lieber früh anfordern. Wenn ihr nicht mehr wisst, wo ihr getauft wurdet, helfen oft Eltern, Taufkerze, Taufalbum oder alte Familienunterlagen. Und wenn ihr nur ungefähr wisst, in welcher Gegend das war, kann ein kurzer Anruf im Pfarrverband erstaunlich schnell Klarheit bringen.

3) Nachweis der Firmung

Je nach Konfession und Region wird die Firmung als Nachweis verlangt oder zumindest empfohlen. Manche Pfarren möchten sie unbedingt sehen, andere behandeln sie entspannter. Falls ihr nicht gefirmt seid oder nicht mehr wisst, ob und wann, ist das kein Grund, das Thema zu verstecken. Es ist viel leichter, das früh offen anzusprechen, als kurz vor der Trauung festzustellen, dass etwas fehlt. In vielen Fällen gibt es Lösungen, etwa durch ein Gespräch, durch Vorbereitungsschritte oder gegebenenfalls die Möglichkeit, die Firmung nachzuholen. Entscheidend ist das Timing.

4) Bei katholischer Trauung: Nachweis, dass ihr ledig seid beziehungsweise dass keine kirchliche Vorehe besteht

Dieser Punkt klingt oft strenger, als er sich in der Praxis anfühlt. Gemeint ist: Aus kirchenrechtlicher Sicht soll geklärt werden, ob ein Ehehindernis vorliegt, etwa eine frühere kirchlich gültige Ehe. Manche Pfarren verlangen dafür ein konkretes Dokument, häufig wird das aber im Zuge der Vorbereitung über das Pfarramt mitgeprüft und im Protokoll festgehalten. Für euch bedeutet das vor allem: Wenn es bei einer Person eine frühere Ehe gibt, unbedingt frühzeitig sagen, damit genug Zeit für die Klärung bleibt.

5) Ehevorbereitungsprotokoll (entsteht im Laufe der Vorbereitungen)

Das Ehevorbereitungsprotokoll ist ein zentrales Dokument im Vorbereitungsprozess. Es wird vom Pfarrer oder der zuständigen Person im Rahmen der Traugespräche erstellt. Darin werden Personalien, Voraussetzungen, gegebenenfalls notwendige Erlaubnisse und eure Angaben zur Ehe festgehalten. Für euch ist das kein Papier, das ihr selbst besorgen müsst, aber es ist etwas, wofür ihr Termine, Ruhe und ein bisschen organisatorische Aufmerksamkeit einplanen solltet. Wer diese Gespräche rechtzeitig macht, erspart sich später hektisches Nachreichen.

6) Anmeldung zur zivilen beziehungsweise standesamtlichen Eheschließung und spätestens am Tag der Hochzeit: Heiratsurkunde des Standesamts

In vielen Fällen ist die Reihenfolge klar: Erst standesamtlich, dann kirchlich. Dann wird häufig die Heiratsurkunde verlangt, bevor die kirchliche Trauung stattfinden kann oder zumindest zeitnah danach. Manche Paare machen das Standesamt sehr knapp vor der kirchlichen Feier oder sogar am selben Tag. Dann lohnt es sich, das Vorgehen früh mit dem Pfarramt abzusprechen: Reicht eine Bestätigung der Anmeldung vorab? Muss die Urkunde vor der Trauung vorliegen oder kann sie nachgereicht werden? Je nachdem, wie streng das gehandhabt wird, entscheidet sich daran, wie ihr euren Ablauf planen könnt.

7) Unterschiedliche Konfessionen oder eine Person ohne Konfession: Einverständnis, Erlaubnis und organisatorische Absprachen

Wenn nicht beide Partner dieselbe Konfession haben, wird es oft ein bisschen formaler. Dann kann es sein, dass Einverständnisse eingeholt werden müssen, etwa von der jeweils anderen kirchlichen Stelle, oder dass bestimmte Erlaubnisse erforderlich sind. In manchen Fällen wird das als Ehehindernis geführt, gleichzeitig gibt es inzwischen viele offene, lösungsorientierte Geistliche und gute Möglichkeiten, damit umzugehen. Wichtig ist, dass ihr das Thema früh ansprecht, klar beschreibt, was ihr euch wünscht, und bei Bedarf hartnäckig bleibt. Hartnäckig heißt hier nicht fordernd, sondern konsequent: nachfragen, Prozesse verstehen, Unterlagen besorgen, dranbleiben.

8) Zusätzliche Unterlagen je nach persönlicher Situation

Viele Checklisten hören bei den Standardpapieren auf. In der Realität gibt es aber häufig Sonderfälle, die zusätzliche Dokumente erfordern können. Dazu zählen zum Beispiel:

Wenn eine Person schon einmal verheiratet war: Dann können Unterlagen wie Scheidungsbeschluss, Scheidungsurkunde oder andere Nachweise zur Auflösung einer früheren Ehe relevant sein. Bei Verwitwung kann eine Sterbeurkunde erforderlich sein. Kirchlich kann es zusätzlich Klärungsbedarf geben, je nach Vorgeschichte. Das ist nicht automatisch ein Ausschluss, aber es braucht Zeit, daher unbedingt so früh wie möglich kommunizieren.

Wenn Dokumente aus dem Ausland stammen oder nicht auf Deutsch sind: Dann kann es sein, dass beglaubigte Übersetzungen oder zusätzliche Bestätigungen nötig sind. Auch hier gilt: nicht raten, sondern kurz im Pfarramt nachfragen, ob eine einfache Kopie reicht oder ob es offiziell beglaubigt sein muss.

Wenn es Namensänderungen oder abweichende Schreibweisen gibt: Unterschiedliche Schreibweisen in Dokumenten sind ein Klassiker. Gerade bei Umlauten, Doppelnamen, Zweitnamen oder unterschiedlichen Geburtsortangaben kann es zu Rückfragen kommen. Wer das früh abgleicht und gegebenenfalls korrigieren lässt, spart sich Stress in der heißen Phase.

Wenn jemand aus der Kirche ausgetreten ist oder wieder eingetreten ist: Das wird sehr unterschiedlich gehandhabt. Oft braucht es ein Gespräch und eine klare Entscheidung, wie die kirchliche Trauung unter den gegebenen Voraussetzungen möglich ist. Auch hier ist Frühzeitigkeit alles.

9) Praktische Organisationstipps, die euch wirklich helfen

Legt euch einen Hochzeitsordner an, am besten doppelt: einmal als Mappe mit Originalen und Kopien, einmal als digitaler Ordner mit Scans oder Fotos. So könnt ihr bei Rückfragen schnell reagieren und müsst nicht jedes Mal neu suchen.

Fordert Dokumente nicht „irgendwann“ an, sondern setzt euch einen Mini-Zeitplan: Taufschein und Firmnachweis sind die Dokumente, die oft am längsten dauern, weil sie aus anderen Pfarren oder Archiven kommen können. Wer damit früh startet, ist später deutlich entspannter.

Wenn ihr unsicher seid, welche Variante gilt, fragt konkret: Welche Unterlagen braucht ihr in unserem Fall? Müssen sie im Original vorliegen? Bis wann spätestens? Kann etwas nachgereicht werden? Solche Fragen wirken banal, sind aber der Unterschied zwischen ruhiger Vorfreude und Last-Minute-Panik.

Kurze Checkliste zum Abhaken

  • Ausweis (Personalausweis oder Reisepass)
  • Taufschein beziehungsweise aktuelle Taufbestätigung
  • Nachweis der Firmung
  • Bei katholischer Trauung: Nachweis, dass ihr ledig seid beziehungsweise keine kirchliche Vorehe besteht
  • Ehevorbereitungsprotokoll (wird im Prozess erstellt)
  • Anmeldung zur zivilen beziehungsweise standesamtlichen Eheschließung und Heiratsurkunde (je nach Ablauf spätestens am Hochzeitstag)
  • Bei unterschiedlicher Konfession: erforderliche Einverständnisse und Erlaubnisse klären
  • Je nach Situation: Unterlagen zu früheren Ehen, Scheidung, Verwitwung, Auslandsdokumenten, Übersetzungen, Austritt oder Wiedereintritt

Zuletzt aktualisiert am 23.02.2026