So funktioniert das Kutscherspiel: Regeln und Rollen, eine eigene Geschichte zum Vorlesen und eine moderne Variante mit dem Hochzeitsauto – plus Tipps und ähnliche Hochzeitsspiele.
Beim Kutscherspiel liest jemand eine Geschichte über einen König, eine Königin und ihren Kutscher vor. Jede Rolle – vom König bis zum rechten Hinterrad – übernimmt ein Gast auf einem Stuhl. Fällt sein Stichwort, steht er auf, läuft einmal um seinen Stuhl und setzt sich wieder; beim Wort „Kutsche“ laufen alle gleichzeitig. Weil manche Rollen ständig genannt werden, wird es schnell turbulent – ein Klassiker unter den Hochzeitsspielen, der Jung und Alt zum Lachen bringt.
Je schneller vorgelesen wird, desto lustiger wird es – vor allem für den Kutscher, der in fast jedem Satz vorkommt. Kleine Atempausen nach den fett gedruckten Wörtern geben den Mitspielern eine faire Chance.
Ich persönlich bin kein großer Fan des Kutscherspiels, denn man muss unbedingt mit dem Brautpaar abklären, ob es das überhaupt möchte. Oft spielen Braut und Bräutigam nämlich selbst mit, zum Beispiel als König und Königin. Jedes Spiel auf der Hochzeit kann auch ein wenig schikanierend sein – und das sollte man vermeiden, wenn das Brautpaar absolut dagegen ist.
Wie das Ganze in Aktion aussieht, zeigt dieses Video:

Daniel Huber (dein-hochzeitsfoto.at)
Hier ist unsere eigene Geschichte für das Kutscherspiel. Druckt sie aus und drückt sie der Erzählerin oder dem Erzähler in die Hand – die fett gedruckten Wörter sind die Stichworte.
An einem sonnigen Morgen ließ der König die Kutsche vorfahren, denn er und die Königin waren zu einer großen Hochzeit eingeladen. Der Kutscher hatte die Pferde schon in aller Früh gestriegelt und mit Blumen geschmückt. „Kutscher, mein lieber Kutscher“, sagte der König, „heute dürfen wir auf keinen Fall zu spät kommen!“ – „Keine Sorge, Majestät“, antwortete der Kutscher, „auf meine Pferde ist Verlass.“
Die Königin stieg als Erste ein, der König folgte ihr, und der Kutscher ließ die Pferde antraben. Fröhlich rollte die Kutsche über die Landstraße. Das linke Vorderrad und das rechte Vorderrad hüpften über jeden Stein, das linke Hinterrad und das rechte Hinterrad quietschten ein wenig, aber das störte niemanden.
Kurz hinter dem Dorf rief die Königin: „Kutscher, halt! Ich habe das Geschenk für das Brautpaar vergessen!“ Der Kutscher brachte die Pferde zum Stehen und wendete die Kutsche. Dabei rutschte das linke Hinterrad in einen Graben. Der König seufzte, die Königin hielt die Luft an, und die Pferde wieherten. Der Kutscher sprang vom Kutschbock und schob mit aller Kraft, bis das linke Hinterrad wieder auf der Straße stand.
Mit dem Geschenk an Bord ging die Fahrt weiter durch den Wald. Plötzlich huschte ein Fuchs über den Weg. Die Pferde erschraken und galoppierten los, das rechte Vorderrad holperte über eine Wurzel, und die Königin klammerte sich am König fest. „Kutscher, Kutscher, mein treuer Kutscher!“, rief der König. „Bring die Pferde zur Ruhe!“ Der Kutscher zog an den Zügeln, sprach beruhigend auf die Pferde ein, und bald trabten sie wieder ganz gemächlich.
Am Abend erreichte die Kutsche endlich das Schloss, in dem die Hochzeit gefeiert wurde. Der Kutscher prüfte noch schnell das linke Vorderrad, das rechte Vorderrad, das linke Hinterrad und das rechte Hinterrad – alle vier hatten die Reise gut überstanden. Der König half der Königin aus der Kutsche, und gerade als die beiden den Saal betraten, spielte die Band den ersten Walzer für das Brautpaar.
„Siehst du“, sagte der König zur Königin, „auf unseren Kutscher ist eben Verlass.“ Die Königin lächelte, der Kutscher brachte die Pferde mit einer Extraportion Hafer in den Stall, und die Kutsche durfte sich von der aufregenden Fahrt ausruhen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann feiern der König, die Königin, der Kutscher, die Pferde und die ganze Kutsche noch heute.
Ihr sucht einen anderen Text? Bei dieser modernen Variante sitzen statt König und Königin Braut und Bräutigam im Hochzeitsauto. Die Rollen: Braut, Bräutigam, Trauzeuge am Steuer, Trauzeugin auf dem Beifahrersitz, Navi, Motor und Hupe. Beim Wort Hochzeitsauto laufen alle. Braut und Bräutigam können natürlich auch Gäste spielen.
Am Hochzeitsmorgen wartete das Hochzeitsauto blitzblank vor der Tür. Der Trauzeuge setzte sich ans Steuer, die Trauzeugin nahm auf dem Beifahrersitz Platz, und hinten stiegen die Braut und der Bräutigam ein. „Alles bereit?“, fragte der Trauzeuge und startete den Motor. Der Motor schnurrte, das Navi piepte, und das Hochzeitsauto rollte los.
„In 300 Metern rechts abbiegen“, sagte das Navi. Der Trauzeuge bog links ab. „Rechts!“, riefen die Braut, der Bräutigam und die Trauzeugin gleichzeitig. Das Navi berechnete die Route neu, und der Trauzeuge wendete das Hochzeitsauto – begleitet von einem fröhlichen Konzert der Hupe.
Auf der Landstraße tuckerte ein Traktor vor ihnen her. Der Bräutigam wurde nervös, die Braut blieb ganz ruhig, und die Trauzeugin reichte allen ein Gummibärchen. Als der Traktor endlich abbog, drückte der Trauzeuge zum Dank auf die Hupe, und der Motor heulte auf.
Kurz vor der Kirche stotterte der Motor plötzlich, und das Hochzeitsauto blieb stehen. „Sie haben Ihr Ziel erreicht“, verkündete das Navi. Und tatsächlich: Sie standen genau vor dem Kirchenportal! Die Trauzeugin half der Braut mit dem Schleier, der Bräutigam strahlte, und der Trauzeuge ließ ein letztes Mal die Hupe ertönen. So kam das Hochzeitsauto pünktlich an – und die Braut, der Bräutigam, die Trauzeugin, der Trauzeuge, das Navi, der Motor und die Hupe feierten bis tief in die Nacht.
Und wer nicht nur spielen, sondern wirklich in der Kutsche vorfahren möchte, findet alles Wichtige in unserem Beitrag zur Hochzeitskutsche.
Eine Person liest eine Geschichte vor, die Mitspieler sitzen als König, Königin, Kutscher, Pferde und Räder auf Stühlen. Wird ihre Rolle genannt, laufen sie einmal um ihren Stuhl, beim Wort „Kutsche“ laufen alle.
Für die klassische Version acht bis neun Mitspieler – König, Königin, Kutscher, ein oder zwei Pferde und vier Räder – plus eine Erzählerin oder einen Erzähler.
Mit Aufstellen und Rollenverteilung etwa zehn Minuten. Länger sollte es nicht dauern, damit die Stimmung oben bleibt.
Ja. Jede Geschichte mit Stichworten, die oft wiederkehren, funktioniert – zum Beispiel unsere moderne Variante mit dem Hochzeitsauto. Ihr könnt auch eine eigene Geschichte über das Brautpaar schreiben.
Nein. Oft spielen Braut und Bräutigam König und Königin, aber das sollte vorher mit ihnen abgesprochen sein. Die Rollen können genauso gut Gäste übernehmen.
Am besten nach dem Essen und vor der großen Party, wenn alle satt und gut gelaunt sind. Stimmt den Zeitpunkt mit dem Brautpaar und der Musik ab.
Fotos: Daniel Huber (dein-hochzeitsfoto.at)
Transparenzhinweis: mit KI überarbeitet und korrigiert

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Zuletzt aktualisiert am 03.11.2026