Schwanger heiraten - schwangere Braut und Bräutigam

Eine schwangere Braut berichtet über ihren Hochzeitstag

Heute habe ich für euch ein Interview zum Thema schwanger heiraten vorbereitet. Ich habe mit einer schwangeren Braut gesprochen und ihr einige Fragen gestellt. Warum sie findet, dass schwanger zu heiraten zwar eine Herausforderung aber easy ist, erfährt ihr hier.

Liebe Yvonne, erzähl mal, wie war das bei dir? Du hast zweimal schwanger geheiratet? Aber Jahre lagen dazwischen? Warum diese bewusste Entscheidung?

„Wir hatten die standesamtliche und die kirchliche Trauung ja ein paar Jahre versetzt, beim Standesamt 2011 war ich damals in der 29. Woche mit unserem ersten Sohn schwanger. Wir hatten uns extra für eine Hochzeit vor der Geburt entschieden, da wir so wie so heiraten wollten. Und damit wir uns einige Ämter Rennereien und Papierkram sparen können, haben wir im Oktober 2011 im kleinen Kreis geheiratet. Es war schön aber anstrengend. Heiligabend 2011 waren wir dann endlich zu dritt.

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Die kirchliche Trauung wollte ich dann direkt mit der Taufe unseres Sohnes verbinden und wollte das diesmal aber nicht schwanger erleben, da ich unbedingt eine Prinzessin sein wollte und vor allem in mein Kleid passen wollte.

Dann kam der zweite Sohnemann Pfingstsonntag 2014, danach sagte mein Mann, dass nächstes Jahr die Traufe stattfinden soll.

Diesmal vor allem nicht schwanger.

August 2014 habe ich zufällig mein Traumkleid entdeckt und direkt gekauft. Im April haben wir dann alle Einladungen ausgeteilt, eine Woche später, halte ich den positiven Test in der Hand. Ich freute mich natürlich, war aber auch etwas überrascht, da wir erst nach der Traufe das Thema in Angriff nehmen wollten. Mein zweiter Gedanke, verdammt die Einladungen sind Raus.

Die Hochzeit wegen der erneuten Schwangerschaft zu verschieben kam nicht in Frage, wir hatten ja schon einen Teil der Deko, Servietten mit dem 19.09. bedruckt, und Gäste aus dem Ausland hatten extra für uns ihre Reise gebucht. Verdammt. Ich war einerseits etwas enttäuscht, meine Mädchentraum im Traumkleid nicht zu erleben, aber natürlich freuten wir uns wahnsinnig auf das Kind.

Da wir fast alles selber gebastelt haben und noch 2 kleine Kinder haben ist diese Schwangerschaft irgendwie an mir „vorbeigegangen“, es war mit immer nur bewusst wenn der Bauch spürbar war, das Kind Tritte machte oder ich die Kleinen trug. Umso mehr habe ich den Vorbereitungskurs genossen, bei dem es dann nur um den kleinen Zwerg ging.“

Welche Ängst hattest du vorm schwanger heiraten und wie waren die Reaktionen?

„Meine Angst galt auch meinem Kleid, ich wollte doch unbedingt reinpassen, an der Traufe wäre ich genau in der 30. Woche gewesen. Als ich es dann bekannt machte, dass wir den 3. Affen in unserer Bande Ende November begrüßen dürfen, waren die Reaktionen geteilt, die einen fanden es toll die anderen meinten, na und dann noch die Hochzeit.“

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„Die Reaktionen waren verschieden, manche wussten es bis zu dem Tag nicht. Aber absichtlich fand die Überraschung viel amüsanter.  Die zweitgrößte Sorge war das Kleid. Ob ich in das Brautkleid reinpassen werde.“

Wie war dann das Finale? Wie konntest du deine Hochzeit vorbereiten? Du meintest ja, ihr habt sehr viel selbst gemacht.

Die Woche vor der Traufe war sehr anstrengend, ich habe kaum geschlafen da die letzten organisatorischen Dinge nochmal durchgegangen werden mussten. Wir haben 3 Tage unseren Saal dekoriert, teils nur zu zweit sonst zu viert. Wir hätten das am liebsten allein gemacht, aber ich konnte ja nicht auf der Leiter herum klettern und die ganze Hochzeitsdeko rum schleppen war ja auch nicht mehr so drin, dazu kamen ja noch die 2 Kleinen die auch Unterhaltung haben wollten.“

Wie war dann der große Tag als schwangere Braut?

„Der Tag unseres Festes begann früh, ich war um 4 schon unterwegs zum Richten, da wir um halb 9 losmussten und ich keinen Stress wollte. Die Stunde der Wahrheit kam als ich in mein Kleid sollte, passt es nach dem anpassen noch, ist die Kugel wieder gewachsen und ist es bequem? Zum Glück passte es perfekt, Bubi hielt sich noch zurück und meine Kugel in Grenzen. Wir hatten unser Shooting ja kurz vor der Trauung, ich wollte aber wie so viele Frauen, dass mein Mann mich das erste Mal in der Kirche sieht. Also trafen wir uns da. Er stand am Altar und ich kam rein.

Gegen Abend wurde es dann echt Anstrengend, das Kleid war schwer und ich etwas erschöpft. Nach dem Brauttanz und ein paar weiteren Tänzen in meinem Kleid, wollte ich dann etwas „Kugelfreundlicheres“.

Ich war die Tage drauf erledigt und mir ging es nicht super, ich wusste aber das ich es bereut hätte früher Heim zu gehen auch wenn ich mal kurz davor war. Das Fest war anstrengend, aber unvergesslich.“

Was war die größte Herausforderung schwanger zu heiraten?

„Der größte Unterschied war, dass ich meine Beine nicht sehen konnte. Es ist anstrengend, ja, aber so viel Unterschied außer dem Bauchumfang gibt es nicht.

Aja und klar hätte ich auch gern ein wenig getrunken aber ja das mach ich dann auf den Hochzeiten anderer ;) Da es die dritte Schwangerschaft war, fand ich sie nicht fürsorglicher, warum auch war ja schwanger und nicht krank ;)“ 

Würdest du es wieder so machen?

„Ich würde definitiv früher heiraten, also nicht erst in der 30. Woche, sondern im 2. Trimester. Der Bauch ist noch nicht so groß.  Oder die Kirchliche sowie es geplant war als Traufe. So ein Fest hat kaum ein Kind zu seiner Taufe. 

Persönlich hätte sehr gerne zumindest eine Hochzeit mit meiner „normalen“ Figur und ohne Babybauch gehabt, aber es kommt wie es kommt, so sollte es sein. Daher bin ich auch nicht traurig oder dergleichen. Wir haben nun 3 wundervolle Söhne und hatten ein super tolles Fest.“

Vielen Dank für deine Offenheit, Yvonne, und alles Gute für eure Ehe und Söhne.

alle Bilder von Ramona Müller – Ramonas Hochzeitsfotografie

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