Trauzeugin auf Fernbeziehung

Als ich vor einem guten Dreiviertel Jahr gefragt wurde, ob ich Trauzeugin von einer meiner besten Freundinnen werden möchte, sagte ich direkt ja. Ich dachte mir nichts dabei, dachte nicht über meine Pflichten nach und war der Meinung irgendwie eh alles zu schaffen.
Da sie in meiner Heimat, dem kleinen Städtchen Birkenfeld wohnte und ich in meiner neuen Heimat Salzburg war diese Aufgabe von Anfang an nicht die Einfachste.

Was sind den diese typischen Pflichten einer Trauzeugin!?

Man unterstützt so gut man kann das Brautpaar, man plant Junggesellenabschiede, hilft bei der Brautkleidsuche, besorgt alle Dinge die vergessen werden, ist die Unterstützung der Braut, das Gedächtnis, die innere Ruhe und der Trost wenn alles schief läuft.
Aber wie soll das mit einer Distanz von über 600km gehen?
Es war fast unmöglich, aber dank Whats App machbar.
Wir schickten uns Millionen Sprachnachrichten, tausende Fotos und ich war irgendwie doch immer dabei.

Ich muss sagen, zum Glück gab es die Freundin des zweiten Trauzeugen, die ebenso eine Freundin der Braut ist.
Sie war die Unterstützung vor Ort, organisierte den Junggesellenabschied der leider ohne mich statt fand, und war einfach vor Ort.

In der Vorbereitung plagte mich sehr oft mein Gewissen, als Trauzeugin muss man doch vor Ort sein, man sollte abends mit Sekt und Pizza auf der Couch sitzen und das Internet durchforsten.
Und spätestens als es zur Brautkleidsuche kam fühlte ich mich wirklich schlecht.
Aber die Braut holte mir das schlechte Gewissen und bezog mich wirklich komplett mit ein. Sie schickte mir fleißig Bilder und fragte nach meinem Rat.
Als sie ihr Kleid hatte, war sie die glücklichste Person der Welt! Sie dachte es sei ihr Kleid!!!

Ich dachte, wenn sie es ist dann soll ich es auch sein.

Nach und nach merkte ich, sie wirkte immer trauriger wenn sie über das Kleid sprach. Immer gab es etwas was sie störte und nicht so ihrs war.
Also fasste ich mir mein Herz und sagte ihr, dass ich sie nie in so einem Schnitt sehen würde und für mich das keinesfalls ihr Kleid sei.
Und danach waren beide glücklich – ich, weil ich es los war und sie, weil sie Zuspruch bekam.
Also wurde schnell ein Neues Traumkleid gesucht und es war perfekt! Nicht zu verschweigen, es waren nur noch vier Wochen bis zur Hochzeit.

Wir redeten und schrieben täglich, bis ich endlich zwei tage vor der Hochzeit heimfuhr – zur ihr fuhr – zu meinen Pflichten als Trauzeugin fuhr.
Ich war so unendlich froh, vor Ort zu sein, auch mal Hand anzulegen, und endlich meinen Job als Trauzeugin durchführen zu können.

Es war nun nur noch ein Tag bis zur Hochzeit. Der Countdown lief. Wir erledigten morgens GEMEINSAM Kleinigkeiten und warteten auf den Schlüssel der Halle.
Und dann kam sogar ich in Hochzeitsfeeling. Wir dekorierten GEMEINSAM Stunden, bauten alles auf, richteten die Kirche her. Endlich GEMEINSAM.

Irgendwie wirkte alles so unrealistisch. Mit keinem Menschen hatte ich mein Leben lang mehr übers heiraten gesprochen, als mit ihr. Und morgen soll es soweit sein?

Der Tag der Hochzeit war verwundernd entspannt! Ich war tausendmal aufgeregter als die Braut. Beim Friseur weinte ich, beim Kleid anziehen weinte ich und auf dem Weg in die Kirche war ich wieder kurz davor.

Ich huschte vor ihr in die Kirche und setzte mich weinend neben den anderen Trauzeugen. Ich war noch nie in meinem Leben so gerührt. Ich sah den Bräutigam und da war alles um.
Es war eine wunderschöne Trauung, mit einzigartigen Momenten.

Danach kamen dann endlich meine richtigen Trauzeuginnenpflichten.. Kleid richten, beim
Fotoshooting auf alles achten, beim Toilettengang helfen. Ich kümmerte mich um die Gäste die nicht so den Anschluss hatten, und auch um Familie und enge Freunde.
Und alles war perfekt!

Mein Fazit ist: ich glaube auch mit tausenden Kilometern Entfernung kann man eine gute Trauzeugin sein, wenn man mit Herz dabei ist und das Brautpaar verständnisvoll ist.

PS: Hier findet ihr noch die wichtigsten Tipps für Trauzeuginnen von Sissi. Und hier eine ganze Serie an Brautjungfernkleider Tipps und Links. Hier findest du noch Hochzeitsspiele und hier noch Dinge, die du auf keinen Fall knapp vor der Hochzeit machen solltest. Tipps für den Junggesellenabschied benötigt – hier entlang.

Beitragsbild von der bezaubernden und wahnsinnig talentierten: Julia Basmann

2 KOMMENTARE

  1. Hallo liebe Lisa :) meine liebe liebe Nudel du hast das wirklich toll gemacht und finde es toll das du dies auch mit der Welt teilst <3

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