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Hochzeitssuppe – Brauch auf der Hochzeit

von Sissi am 06.08.2019

Keine Hochzeit ohne Suppe

Was wäre eine Hochzeit ohne Hochzeitssuppe?! Zu einer richtigen Hochzeit gehört traditionell die Hochzeitssuppe, welche zum Auftakt des Hochzeitsmenüs serviert wird. Es handelt sich um eine klare Suppe auf Basis einer Hühner- oder Rinderbrühe. Die kräftige Fleischbrühe wird angereichert mit traditionellen Einlagen. Die Zutaten variieren abhängig von Region, Rezept und Geschmack. Die Brühe dient als Grundlage für die ausgiebige Feier und Schlemmerei. Die Hochzeitssuppe ist zum Klassiker deutscher Küche geworden.

Hochzeitsbrauch

Das Auftischen einer Suppe am Hochzeitstag ist wohl vor allem ein deutscher Brauch. In anderen Ländern ist dieser Hochzeitsbrauch weniger bekannt. Obwohl beispielsweise auch in Sardinien am Tag der Hochzeit eine Suppe gemeinsam ausgelöffelt wird. In früheren Zeiten war die Brautsuppe auf jeder Hochzeitsfeier ein fester Bestandteil des Hochzeitsmenüs. Ähnlich wie bei der Hochzeitstorte, die vom Brautpaar gemeinsam angeschnitten wird, gibt es den traditionellen Brauch, dass sich Braut und Bräutigam einen Suppenteiler teilen. Gemeinsam müssen sie einen Suppenteller auslöffeln. Dabei werden sie von ihren Gästen genau beäugt. Taucht einer seinen Löffel vor dem anderen in die Suppe, wird er bzw. sie künftig „die Hosen“ im Eheleben „anhaben“. Tauchen die Brautleute ihre Löffel gleichzeitig ein und löffeln im einvernehmlichen Gleichtakt, wird ihre Ehe glücklich und von langer Dauer sein. Beginnt das Brautpaar gleichzeitig zu essen und hört auch gleichzeitig auf, wird keiner der beiden den anderen überlegen. So munkelt der Volksmund.

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Das Salz in der Hochzeitssuppe

Auch das Salzen der Suppe ist ein weiterer Hochzeitsbrauch. Zum einen soll das Salz laut Volksmund für gesunde und kräftige Kinder sorgen. Zum anderen gibt es den Brauch des Salzens der Suppe: Dabei muss die Braut gemeinsam mit ihrem Bräutigam die Suppe würzen und zeigen, wie gut sie als Hausfrau ist. Es gibt auch die Variante, dass der Bräutigam vor dem Auftischen in die Küche geht, um die Suppe zu salzen. Er gibt dem Küchenpersonal vorab ein üppiges Trinkgeld, damit das Hochzeitsmahl vorzüglich wird.

Hochzeitssuppe Herkunft

Die Tradition der hochzeitlichen Suppe gibt es schon seit Jahrhunderten. Die Geschichte lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Damals wurde für Hochzeiten sehr viel Vieh geschlachtet und möglichst viel aufgetischt, um alle Hochzeitsgäste reichlich zu beköstigen und als großzügig und wohlhabend angesehen zu werden. Doch das trieb so manche Familie nahe an den Ruin. Um dieses Ausufern von Hochzeitsgelagen zu verhindern, wurden Gesetze erlassen. So wurde u.a. die Anzahl der Gänge, Lebensmittel und Gäste für ein Hochzeitsessen reglementiert. Die Gastgeber umgingen diese Vorschriften, indem sie ihren Gästen eine reichhaltige Vorsuppe servierten. Einer schwäbischen Legende nach, soll ein einfallsreicher Koch auf diese geniale Suppenidee gekommen sein.

Hochzeitssuppe Inhalt

Rezept Hochzeitssuppe

Eine gute Fleischbrühe ist das A und O für das Gelingen einer vorzüglichen Suppe und die Basis eines jeden Suppenrezepts. Je nach Region, Rezept und Geschmack schwimmen in der traditionellen Hochzeitssuppe z. B. Hühner- oder Rindfleisch, Fleischklößchen, Markklößchen, Leberknödeln, Eierstich, Nudeln, Flädle, Backerbsen und Spargel. Es gibt zahlreiche Varianten und verschiedene Hochzeitssuppen-Rezepte. Auch Gemüse darf es reichlich geben. Außer Spargel können Möhren, Blumenkohl, Kohlrabi, Lauchzwiebeln und Sellerie in die Suppe kommen.

Bilder: dein-hochzeitsfoto.at