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Was soll alles in einen guten Hochzeitsfilm hinein? Do’s & Don’ts

von Marco Leiter am 15.01.2018

Packages bei Hochzeitsfilmen - das macht Sinn

Bei der Anfrage nach einem Hochzeitsfilm wird man oft vom Umfang der Packages und der inkludierten und optionalen Leistungen geschlagen. Meist kann man hier bares Geld sparen. Nachdem wir uns im letzten Post der Frage nach dem perfekten Film gewidmet haben hier ein kleiner Guide was Sinn macht und was nicht.

JA - Eine digitale Datei vom Hochzeitsfilm

Das Video als digitale Datei zur Verfügung gestellt zu bekommen, sowohl zum runterladen, als auch im Videoplayer online. Der Vorteil hierbei ist ganz klar die Tatsache, das der Film online liegt und damit easy per Mail, SMS, WhatsApp und welchen Messenger-Diensten auch immer verschickt werden kann.

Unten gehts weiter

Kleiner Tipp am Rande: vergesst nicht, den Film auch herunterzuladen und auf mindestens zwei verschiedenen Orten (Festplatten, Computer etc.) zu sichern.

NEIN - Eine CD/DVD

Optische Datenträger wie CDs oder DVDs sind alt. Aktuelle Computer werden mittlerweile ohne Laufwerk verkauft, außerdem sind diese Datenträger sehr unsicher zur dauerhaften Speicherung von Daten und zudem noch fehleranfällig. Deshalb lasst die Finger von einer CD oder DVD und nehmt lieber einen USB-Stick.

Übrigens: Einen USB-Stick könnt ihr nicht nur am Computer anstecken, auch halbwegs aktuelle Fernseher können bereits USB-Sticks lesen, somit könnt ihr euren Film in Groß ansehen.

JA - Getting Ready im Film

Oftmals wird im Package das Getting Ready, also das allererste, was am Hochzeitstag so passiert, separat angeführt, was viele in Versuchung kommen lässt, es herauszustreichen. Macht das nicht! Das Vorher, sozusagen die Ruhe vor dem Sturm, die Vorfreude kurz vor dem langersehnten Moment ist etwas, dass eine ganz besondere Stimmung hat und daher unbedingt festgehalten werden sollte.

(PS: Hier ein toller Post von Mel Ende, warum das Getting Ready auch in der Fotografie soooo schön ist!)

Foto: Oh Ella

NEIN - Interviews

Bei manchen alteingesessenen Videografen wird im Rahmen einer 45-Minuten-Doku oftmals eine Reihe an Interviews empfohlen. Mal ehrlich - wollt ihr wirklich mehrere Minuten lang einen Gast nach dem anderen vor der Kamera sehen, wie ein und der selbe Satz immer wieder gesagt wird? „Gratuliere, wir wünschen euch alles Gute für eure gemeinsame Zukunft“ ist etwas, das ihr euch lieber persönlich, Face-to-face anhören solltet.

JA - Reden

Im Gegensatz zum Nein zu Interviews ist eine Aufzeichnung der Reden allerdings sehr sinnvoll. In einer Rede steckt meist eine ganze Menge an Emotion, manchmal sind sie zu Tränen rührend, manchmal unglaublich witzig. Und alle gemeinsam sind sie immer kreativ, einfallsreich und vor allem direkt an euch, das Brautpaar, gerichtet.

Warum also nicht?

Foto: Oh.Ella

JA - Teaser

Ein Teaser ist eine Art Trailer, ein separater, kurzer Film (meist ca. 2 Minuten), der einen kleinen Einblick in den Hochzeitsfilm gibt. Das coole an Teasern ist, dass sie meist schneller fertig sind als das Hightlightvideo, das immerhin um die 8-10 Minuten ist. Das heißt, ihr bekommt schon früher etwas geliefert und könnt das auch sofort an all eure Freunde, Verwandten und alle anderen Hochzeitsgäste weiterschicken und so die Wartezeit verkürzen. Stellt euch vor, ihr kommt nach zwei Flitterwochen zurück in die Heimat, wo bereits der Teaser zu eurem Film auf euch wartet. Tipp: Bei mir ist ein Teaser nie nur eine Kurzfassung des Highlightvideos, sondern immer ein total eigenständiges Video, das die Hochzeit zwar anteasert, aber auch einige eigene Elemente enthält. Somit ist das Video nicht redundant, sondern wirklich ergänzend.

NEIN - Rohmaterial

Oft fragen Brautpaare nach Rohmaterial vom Hochzeitsfilm. Daher mein Rat an euch: Macht es besser und stellt diese Frage nicht. Es gibt nämlich einen Grund, warum ein Film geschnitten wird. Rohmaterial ist in der Regel ein einziges Chaos, dazu kommt noch die Tatsache, das ihr (je nach Filmemacher bzw. dessen Kameraausrüstung) das Rohmaterial technisch gesehen garnicht ansehen könnt. Meine Hochzeitsfilme zum Beispiel werden in RAW gefilmt, das sind reinste Rohdaten die nur mit professioneller Software geöffnet und von Hochleistungsrechnern abgespielt werden können.

JA - Zweiter Kameramann

Wir kennen alle das Sprichwort „Vier Augen sehen mehr als zwei“. Genau gleich verhält es sich mit Kameras. Es kann passieren - auch wenn euer Filmemacher noch so erfahren ist - dass gewisse Kleinigkeiten übersehen werden, vielleicht auch verpasst werden oder einfach simultan passieren. Habt ihr in dieser Situation einen zweiten Kameramann minimiert ihr das Risiko, dass so etwas passiert. Weiterer Vorteil: beim Getting Ready kann einer bei der Braut sein, während der zweite beim Bräutigam ist, auch cool! Doch damit nicht genug: Während der Schlüsselmomente habt ihr zwei Perspektiven, zwischen denen hin und her geschnitten werden kann. Das gibt dem Hochzeitsfilm gleich einen viel professionelleren und cinematischeren Touch. Wie ihr seht, Vorteile über Vorteile und definitiv das Geld wert!

JA - Same Day Edit

Stellt euch vor, ihr habt gerade eure Trauung hinter euch und seit auf dem Weg zur Feier. Es gibt gutes Essen, ein paar Reden, Musik und dann könnt ihr hier direkt schon ein kurzes Video vom Hochzeitstag ansehen! Ein Same Day Edit ist im Prinzip ein kleines Video, das sofort an eurem Hochzeitstag geschnitten und fertiggestellt wird und dann noch am Abend bei der Feier angesehen werden kann, beispielsweise über einen Beamer oder einen großen Fernseher. So kann man den Hochzeitstag direkt Revue passieren lassen.

JA - Pre-Wedding-Shooting

Wenn ihr eine Hochzeitswebsite habt oder eure Einladungen per E-Mail oder auf irgendeinen anderen digitalen Weg verschickt, dann ist ein Pre-Wedding-Shooting für euch interessant. Wie der Name hier vermuten lässt, geht es hierbei darum, das ihr bereits einige Zeit vor der eigentlichen Hochzeit ein kleines Video von euch bekommt, das sich super in der Einladung macht. Ihr kennt das sicher bereits von Fotos, das ist ziemlich gängig - aber habt ihr schonmal an Video gedacht?

Foto: Mel Ende

NEIN - Die ganze Party

Am Abend, nachdem gut gegessen wurde und der DJ loslegt oder die Band etwas schnellere Takte zu spielen beginnt, jeder gut gelaunt und die Party des Jahres nicht mehr weit ist, ist der Moment, an dem ihr eurem Filmemacher Feierabend gönnen solltet. Das heißt nicht, dass nichts auf der Party gefilmt werden soll, sondern vielmehr, dass nach einer halben Stunde genug gefilmt wurde. Nach einer halben Stunde beginnt sich alles zu wiederholen, Menschen werden betrunkener und damit für das Video daher nicht unbedingt ansprechender. Also ein guter Punkt, um bares Geld zu sparen. Am Ende muss allerdings jeder für sich selbst entscheiden, ob das etwas ist, dass er/sie im Hochzeitsfilm haben will.

Habt ihr bereits geheiratet oder wart auf einer Hochzeit, wo etwas wirklich unnötiges dabei war und eine Menge Leergeld geflossen ist? Haut rein in den Kommentaren!

Marco Leiter // Hochzeitsfilme, Werbung und Social Media Content. Macht Film seit 2013. Web: www.mrcltr.com // Kontakt: studio@mrcltr.com

Beitragsbild: Julia Eileen Photography