Tauben steigen lassen

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Hochzeitstauben: Tradition oder Tierquälerei

Weiße Tauben steigen sanftmütig empor und verschwinden im blauen Himmel. Für viele Heiratswillige ist das Taubensteigenlassen eine romantische Tradition. Allerdings gibt es vermehrt den Vorwurf der Tierquälerei bezüglich dieser Praxis. Was dran ist, erfahrt ihr hier.

Eine lange Tradition

Das Aufsteigen lassen von Tauben ist ein weltweiter Hochzeitsbrauch. Das hat mit dem Symbol des gefiederten Vogels zu tun. Tauben stehen für Frieden, Liebe und Fruchtbarkeit. Also für alles, was sich ein Brautpaar für die kommenden Jahre wünscht. Tauben legen zudem monogam und sind Sinnbild für Treue. Auch die Beschreibung „Turteltaube“ hat seinen Grund. Bereits in der Antike verehrte man die Vogelart, denn in der Mythologie sind es weiße Tauben, die den Wagen der Göttin Aphrodite ziehen. Auch im alten Testament tauchen Tauben auf. Sie zeigen Noah mit einem Palmenzweig im Schnabel die Ankunft im Land an, in dem Honig und Wasser fließen. Allgemein gelten die Tiere in der Kirche als Friedenssymbol Nummer eins. 

Wenn ihr euch als Brautpaar dafür entscheidet, Tauben zu eurem großen Tag steigen zu lassen, dann passiert das meist im Anschluss an die Trauung. Die Tiere sitzen meist in einem verzierten Korb und das Paar öffnet diesen gemeinsam. Die Tauben fliegen dann in die Freiheit davon. 

Was kostet der Brauch: Taubensteigenlassen?

Auch hier gilt: einen genauen Preis für das Aufsteigen lassen von Tauben gibt es nicht. Der Preis hängt von der Taubenart, der Anzahl und dem Züchter ab. Durchschnittlich könnt ihr mit etwa 10 Euro pro Tier rechnen. Dazukommen die Anfahrtskosten des jeweiligen Anbieters. Wer also zum Beispiel 12 Tauben empor steigen lassen möchte, muss mit rund 150 Euro rechnen. 

Vorwurf der Tierquälerei

Gerade in den vergangenen Jahren wird der Vorwurf der Tierquälerei immer lauter. Organisationen wie PETA sehen in der Zeremonie enormen Stress für die kleinen Vögel. Die Tauben müssen oft enorm weite Strecken bis zu ihrem Schlag zurücklegen und werden auf ihrem Weg häufig von Greifvögeln erwischt. Bei zu langen Strecken können sich die Tiere zudem verirren oder vor Erschöpfung zusammenbrechen. Bei den meisten Hochzeitstauben handelt es sich um spezielle Züchtungen. Die Tiere verfügen über einen schlechten Orientierungssinn und kehren in großer Zahl nicht mehr in ihren Heimatschlag zurück, sondern verhungern auf ihrem verzweifelten Weg zurück.

Fazit

Das Steigen lassen von Tauben mag zwar eine schöne Tradition sein, die Tatsache, dass sie für die Tauben kein wirklicher Spaß ist, muss aber berücksichtigt werden. Wer trotzdem an der Zeremonie festhält, kann sich nach einem professionellen Hochzeitstaubenanbieter umhören. Wenn ihr zwar auf die Tauben, nicht aber auf die schöne Tradition, verzichten möchtet, könnt ihr euch auch für eine Alternative entscheiden. Wie wäre es zum Beispiel mit einigen aufsteigenden roten Herzluftballons? Hochzeitsgäste können Glückwünsche mit ihnen in die Luft auf Reise schicken. Übrigens gibt es noch einen weiteren Trend: Schmetterlinge. Statt Tauben steigen dann wunderschöne Schmetterlinge in die Höhe. Auch in Deutschland gibt es mittlerweile einige Anbieter. 

Bannerbild: Shutterstock.com / ifong